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Sthira sukham asanam. It`s all about balance.


Sthira sukham asanam ist ein ganz bekanntes Sutra aus dem Yoga-Sutra des Patanjali. Übersetzt bedeutet der Text in etwa: „Die ideale Haltung ist stabil und leicht zugleich.“ Obwohl sich dieses Sutra auf den ersten Blick auf die Asanas, die Körperhaltungen, bezieht, wird schnell deutlich, dass uns hier ein Nugget angeboten wird, wie wir Yoga von der Matte in unseren Alltag holen können. Aber fangen wir erst einmal auf der Matte an ;o).


It`s all about balance.

Sthira ist ein Begriff aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie fest, stabil, unbeweglich, dauerhaft und widerstandsfähig. Sukha beschreibt dagegen Behagen, Leichtigkeit, Freude und Glück.


Wenn wir im Unterricht eine Asana aufbauen, so beginnt die Haltung stets mit unserer Verbindung zum Fundament, zum Boden - gerne sprechen wir auch von Verwurzelung. Stück für Stück wagen wir uns dann auf der Körperachse höher und stabilisieren uns zB durch aktive Beine und eine aktive Körpermitte. Bestimmt hast Du schon das ein oder andere Mal den Cue von Deiner Yoga-lehrenden Person gehört: „Ziehe in der Ausatmung den Bauchnabel in Richtung Wirbelsäule und Rippenbogen.“ Wenn wir in einer Stehhaltung sind, beginnt die Leichtigkeit der Haltung in der Regel oberhalb des Bauchnabels. In Schultern und Armen bauen wir in vielen Asanas unsere Körperspannung zwar bis in die Fingerspritzen auf, dennoch sind diese nicht unbeweglich oder gar verkrampft. Und Nacken, Kiefer, Zunge und Stirn dürfen locker, leicht und faltenfrei sein. Das stabile Fundament ermöglicht diese Leichtigkeit.

Mit ein wenig Übung kannst Du Imbalancen in Deiner Haltung leicht selbst beobachten:

Bist Du zu „fest“ (sthira), merkst Du das zum Beispiel an aufeinander gebissenen Kiefern, einer am Gaumen angepressten Zunge oder daran, dass Deine Schultern zu den Ohren hochgezogen sind.

Bist Du sehr wackelig und es fällt Dir schwer, in der Asana eine stabile Form zu finden, ist ein Zuviel an sukham vorhanden.

In beiden Fällen wird es Dir schwerfallen, Deinen Atem frei fließen zu lassen - ein ganz wichtiger Indikator dafür, dass Du Dich gerade nicht in Deinem Gleichgewicht befindest und das gilt auf und abseits Deiner Matte.

Mit der Zeit wirst Du immer feiner in Deiner Selbstwahrnehmung werden und mit den richtigen Cues wird es Dir rasch gelingen, Balance zwischen diesen beiden Gegenpolen herzustellen.


Wie kann Dir Deine Praxis im Alltag eine Hilfe sein?

Diese Dualität in der Asana-Praxis zwischen sthira und sukham steht stellvertretend für die vielen Gegensätze und Gegenpole in unserem Leben. Oft neigen wir dazu, uns zu sehr an einem Pol zu orientieren und spüren in der Konsequenz, dass wir aus unserer Balance geraten.

Hier kann das Prinzip hinter sthira sukham asanam hilfreich sein: bringen wir Leichtigkeit in unser Leben, so hilft dies Dinge oder Umstände loszulassen und Veränderung zuzulassen. Hingegen bringt sthira durch seine stabilisierenden Eigenschaften Beruhigung und Ruhe.

Und so wie ein fest verwurzelter Baum auch einem starken Sturm durch seine Flexibilität Stand halten kann, hilft auch uns eine stabile Basis (starke Wurzeln), uns auf Veränderungen einzulassen.


Stressige Lebensumstände lassen uns oft dazu tendieren, uns noch mehr festzukrallen und auf die Situation mit noch mehr Kraft und Stärke zu reagieren. Das kann uns auf die Dauer sehr ausbrennen. Wenn es aber gelingt, dieses Muster durch eine gute Selbstwahrnehmung zu durchbrechen, können wir auch in diesen Situationen bewusst Leichtigkeit in unser Leben einladen und so wieder in unser Gleichgewicht finden. Das Leben wird nie einseitig sein und letztlich geht es darum, die Energie des einen Pols durch die Energie des anderen Pols dynamisch in Bewegung zu halten und fließen zu lassen.


Ein wunderbares Ergebnis dieser Praxis kann auf Sicht ein Mehr an Selbst-Vertrauen sein. Denn wenn wir die Signale für ein Zuviel von sthira oder sukham in unserem Leben deuten können und einen Werkzeugkoffer an der Hand haben, diese auszubalancieren, wächst auch das Vertrauen in uns selbst und unsere Fähigkeit zur Selbstregulation. Du kannst Dich auf Dich selbst verlassen und Dir selbst vertrauen.


Enjoy your Journey!






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